» #MaHe - Der Ortsteil Mahlsdorf in Marzahn-Hellersdorf!

Kreuzkirche Mahlsdorf
Berliner Balkon Mahlsdorf
Friedrich-Schiller-Grundschule Mahlsdorf
Habermannsee - Mahlsdorf

» #MaHe - Geschichte des Ortsteils Mahlsdorf

Mahlsdorf hat wie auch die anderen vier Ortsteile des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf eine Jahrhunderte alte Geschichte. Vermutlich wurde Mahlsdorf ursprünglich im 12. oder 13. Jahrhundert gegründet – genauere Informationen dazu gibt es jedoch leider nicht. Der Ortsteil war zu dieser Zeitepoche eine Art Straßendorf, was bedeutet, dass die Häuser und Höfe langgestreckt um eine Straße aufgebaut waren. Diese Straße besaß eine nordsüdliche Ausrichtung und war Teil der Fernhandelsstraße, die Berlin mit Frankfurt, Posen und Gnesen verband. Aus der Gründungszeit des zu der Zeit noch recht kleinen Dorfes stammt auch das älteste Bauwerk Mahlsdorfs, die Alte Pfarrkirche (auch Dorfkirche Mahlsdorf genannt). Das Gebäude besitzt somit eine genauso lange und ausgiebige Vergangenheit, wie das Dorf. In Zuge der letzten Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut, erweitert und immer wieder instandgesetzt. Somit stammt das aktuelle Aussehen der Alten Pfarrkirche Mahlsdorf nicht aus der Gründungszeit des Dorfes. Im Jahr 1345 wurde der Ortsteil erstmal schriftlich erwähnt. Ähnlich wie bei der Geschichte Kaulsdorfs wurde auch Mahlsdorf erstmals urkundlich von dem Markgrafen Ludwig der Ältere (auch Ludwig der Brandenburger) erwähnt, da aber noch mit dem Namen „Malterstorp“. Das Dorf wechselte den Besitzer und wurde an den Ritter Otto Kethelitz verkauft.

In einem Landbuch von Kaiser Karls IV. aus dem Jahr 1375 ist aufgezeichnet, dass sich Mahlsdorf im Besitz von Otto und Rüdiger von Falkenberg befindet. Dort wird ebenfalls eine Angabe zur Ausdehnung des Ortes gemacht. In diesen Aufzeichnungen wurden 50 Hufen erwähnt, darunter befanden sich auch 4 Pfarrhufen. Ein Hufe war eine Art Flächenmaß, die zu dieser Zeit recht gebräuchlich war. Wie groß diese Einheit genau war lässt sich kaum ermitteln, denn diese fiel in verschiedenen Regionen unterschiedlich groß aus. Einige Jahre später, im Jahr 1459, zählte Mahlsdorf zum Archidiakonat Berlin. Ein Archidiakonat war eine kirchliche Verwaltungseinheit, genauer eine Untereinheit eines Bistums und somit ein Teil eines kirchlichen Verwaltungsbezirks. Um das Jahr 1539 besaß das Dorf Mahlsdorf neben der Kirche und einigen Höfen nun auch eine eigene Mühle und eine Schmiede. Einen weiteren Besitzerwechsel gab es im Jahr 1583, denn da erwarb der brandenburgische Kanzler Lampert Distelmeyer von der Familie von Grieben das Dorf. In den folgenden Jahrzenten wechselte der Besitzer immer wieder.

Der Dreißigjähriger Krieg, welcher von 1618 bis 1648 wütete, ging auch an Mahlsdorf nicht spurlos vorbei. Das Dorf wurde ähnlich wie nahezu alle Dörfer in der umliegenden Gegend stark beschädigt und war nur noch bedingt bewohnbar. Um 1652 besaß das Dorf Mahlsdorf nur noch drei Bauern und drei Kossäten und war keine eigenständige Pfarrgemeinde mehr. Von nun an gehörte Mahlsdorf der Pfarrgemeinde Biesdorf an und bildete nur noch eine Tochterkirche. Dieser Zustand blieb auch mehrere Jahrhunderte bestehen. Im Jahr 1676 gab es einen erneuten Besitzerwechsel, denn der Kurfürst erwarb Mahlsdorf und unterstellte es dem kurfürstlichen Amt Köpenick. Um das Jahr 1780 wird das heute noch bestehende spätbarocke Gutshaus errichtet. In diesem Gutshaus ist heute das Gründerzeitmuseum des Fördervereines Gutshaus Mahlsdorf e.V. beherbergt. Von 1816 bis 1849 wurde eine Art Flurbereinigung durchgeführt, um eine Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft zu erreichen. Zuvor wurden Rittergut gehörenden Dienste abgelöst. Rittergut war Besitz, das einem Angehörigen des Landadels gehörte und gewisse Vorteile wie Steuerbefreiungen und die Landtagsfähigkeit bot.

Nachdem Mahlsdorf im Jahr 1676 dem kurfürstlichen Amt Köpenick unterstellt wurde, wird die Gemeinde im Jahr 1874 dem neu gebildeten Amtsbezirk Biesdorf unterstellt. Eine wichtige Erweiterung der Infrastruktur erfolgte im Jahr 1895. Die Eröffnung des Haltepunkts der Königlichen Ostbahn gaben Bewohnern und Händlern neue Freiheiten. Heute ist der Bahnhof unter dem Namen S-Bahnhof Mahlsdorf bekannt. Ein weiteres wichtiges Infrastrukturprojekt erfolgte ab 1905. Von diesem Moment an erhielt Mahlsdorf einen eigenen Wasser- und Gasanschluss. Einige Jahre später, im Jahr 1911, erhielt Mahlsdorf neben dem Wasser- und Gasanschluss nun auch einen eigenen Stromanschluss. Ebenfalls im Jahre 1911 wird die am 24. Juni 1753 offiziell gegründete württembergische Einwanderer-Siedlung an Mahlsdorf angeschlossen. Zuvor gehörte diese Siedlung Dahlwitz an. Als Erinnerung wurde die Kiekemal-Grundschule am Hultschiner Damm 219 nach der früheren Kolonie benannt.

Ab 1920 wird Mahlsdorf, so wie auch die anderen heutigen Ortsteile Marzahn-Hellersdorfs, nach Berlin eingegliedert. Zu dieser Zeit bildeten die Ortsteile jedoch keinen eigenen Bezirk, sondern waren Teil des Berliner Bezirks Lichtenberg. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges marschierte am 22. April 1945 die Rote Armee in Mahlsdorf ein. Im Jahr 1960 wird einer der wichtigsten Ausstellungen aus der Gründerzeit eröffnet. Charlotte von Mahlsdorf, nach Ihr ist heute auch eine Straße benannt, rettete das Gutshaus Mahlsdorf vor dem Abriss und stellt dort Ihre Gründerzeitsammlung aus. Im Jahr 1979 wurde der Ortsteil Mahlsdorf in den Stadtbezirk Berlin-Marzahn eingegliedert, 1986 erneut in den Stadtbezirk Berlin-Hellersdorf und 2001 endgültig in den Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

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