» #MaHe - Evangelische Dorfkirche Kaulsorf (Jesuskirche) - Informationen

Evangelische Dorfkirche Kaulsorf - Jesuskirche
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Die Dorfkirche Kaulsdorf, die seit dem Jahr 1912 auch den Zusatz „Jesuskirche“ besitzt, befindet sich im historischen Dorfanger des Ortsteils Kaulsdorf.

» Geschichte

Vor einigen hundert Jahren wurde der Grundstein für die Dorfkirche Kaulsdorf gelegt, seitdem ist einige Zeit vergangen und das Gotteshaus hat schon viele verschiedene Epochen und Kriege „miterlebt“.

»Der Ursprungsbau der Kirche um 1250

Das Gotteshaus hat seinen Ursprung gegen 1250 und wurde aus Feldstein errichtet. Feldsteinbauten waren sehr typisch für diese Zeit, da das Baumaterial leicht zu bekommen war und sich seinerzeit gut zum Baumen von Gebäuden eignete. Das Aussehen der Kirche wurde sehr durch die kunstgeschichtliche Epoche „Romanik“ beeinflusst und nahm somit auch typische Merkmale wie Rundbögen oder dicke, festungsartige Mauern in das Design mit auf. Zu dieser Zeit besaß die Kirche laut Meinungen von Fachleuten noch keinen Glockenturm. Erst Ende des 15. – Anfang des 16. Jahrhunderts erhielt das Gotteshaus einen Fachwerk-Giebelturm und drei Bronzeglocken. Im Dreißigjähriger Krieg von 1618 bis 1648 wurde die Kirche geplündert und durch die Vertreibung der Bevölkerung der Natur überlassen. Erst etwa acht Jahre später, um 1656 wurde das Gotteshaus wieder neu ausgestattet und in einer 10 Jahre andauernden Bauphase zwischen 1685 und 1695 wieder neu instandgesetzt.

» Die Kirche in der kunstgeschichtlichen Epoche „Barock“ ab 1715

Die kunstgeschichtlichen Epoche „Barock“ streckte sich von 1575 bis in das Jahr 1770. Erst in den Jahren 1715/1716, im „Spätbarock“, erfolgte ein Umbau im Stiel der derzeitigen Epoche. Als Erstes wurden die schmalen Rundbogenfenster erweitert und das Kirchendach abgetragen. Des Weiteren gab es grobe bauliche Erweiterungen. Das Gebäude wurde um sieben Meter in östlicher Richtung erweitert und die Wände des alten Kirchenschiffes um vermutlich einen Meter erhöht. Der zwischen dem 15. – Anfang des 16. Jahrhundert installiere Fachwerkturm war inzwischen nahezu vollständig „zerfressen“ und konnte in diesem Zustand nicht weiterverwendet werden. In dieser Zeit bekam die Kirche eine „Welscher Haube“ – welche sehr typisch für den Barock war. In das Innere der Haube wurde dann noch ein Glockenstuhl und eine Kirchturmuhr installiert.

»Weitere Umbauten der Kirche ab 1874 im Stil der „Neogotik“

Die Dorfgemeinde Kaulsdorf beschloss im Jahr 1874 den Bau einer dreiteiligen Backstein-Turmanlage im neogotischen Stil. Als Erstes wurde das baufällige Fachwerkturm und eine hölzerne Trennwand entfernt und die Südpforten durch einen neuen Haupteingang in der westlichen Giebelwand ersetzt. Die Bauphase wurde 1876 abgeschlossen und mit einer Turm- und Glockeneinweihung gefeiert. Der neue Glockenturm hatte nun eine Höhe von 33 Meter, besaß vier Dachlukenaufsätze und trug einen schiefergedeckten achteckigen Dachhelm. Als Dachhelm werden „Dächer“ bezeichnet, die eine spitze Dachform besitzen.

»Die Dorfkirche Kaulsdorf in und um die Zeit der zwei Weltkriege

Zwei Jahre vor dem „Ersten Weltkrieg“, der 1914 startete, kamen ein weiteres Mal viele Umbauten auf die Kirche hinzu. Der Grund hierfür war die rasante Bevölkerungsentwicklung und den dadurch Resultierenden Platzmangel. Als erste Maßnahme wurde das Kirchendach und die Fester direkt unter dem Kirchendach um rund 1,30 Meter erhöht. Neben zahlreicher weiteren kleinen Umbauten im Inneren des Gotteshauses, erhielt die Kirche nun auch eine farbige Verglasung und eine neu gebaute Orgel. Des Weiteren erhielt das Gebäude im Zuge des Umbaus ein Sakristei zurück, dies ist ein Nebenraum, in dem aufbewahrt wird, was für den Gottesdienst benötigt wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten am 8. Dezember 1912 wurde die Dorfkirche Kaulsdorf ein weiteres mal Eingeweiht und erhielt an diesem Tag auch den Zusatz „Jesuskirche“. Innerhalb der Weltkriege wurde dir Kirche starb beschädigt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm nahezu vollständig zerstört.

»In der Nachkriegszeit von 1945 bis 1991

Nach Kriegsende wurde die zerstörte Kirchturmspitze durch ein provisorisches Dach in Zeltform ersetzt. Dieses Turmdach-Provisorium befindet sich seit den 21. Jahrhundert auf dem Spielplatz der Kindertagesstätte. Bis zum Jahr 1978 wurden mehrere kleinere Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Zwischen 1979 und 1981 wurde das gesamte Gebäude weiter aufgewertet und modernisiert. Auch das Provisorische Dach wurde endlich erneuert. In der gleichen Bauphase wurde auch die Umgebung der Jesuskirche neugestaltet und aufgewertet.

»Die Dorfkirche Kaulsdorf (Jesuskirche) nach der Wende ab 1991

Eines der wichtigsten Veränderungen für die Kirche erfolgte im Jahr 1999. Der Wiederaufbau der ursprünglichen Haube im Neogotik Stil war das Resultat einer großen Spendenaktion der Firma Schilkin, dem Heimatverein Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf e. V. und der Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf. Bei dieser Spendenaktion kamen rund 500.000 DM zusammen, damit war der Wiederaufbau möglich. Das Richtfest konnte am 10. August 1999 durchgeführt werden. Nun hat die Dorfkirche Kaulsdorf (Jesuskirche) den heutigen Stand erreicht.

» Gestaltung

Evangelische Dorfkirche Kaulsorf - Jesuskirche

Das Gebäude, welches seine Anfänge um das Jahr 1250 hatte, besitzt eine sehr historische Gestaltung. Innerhalb der letzten Jahrhunderte hat das Gebäude mehrere verschiedene Kunstepochen mitgemacht und wurde von dieses auch sehr geprägt. Die letzte große Baumaßnahme wir die Reparatur des Kirchturms, welche im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

»Außengestaltung

» Das Gebäude

Das mehr als 700 Jahre alte Gebäude macht heute einen sehr gepflegten Eindruck. Die Turmspitze ist etwa 33 Meter hoch und im Stil der historischen Zeitepoche Neogotik erbaut. Der Übergang zwischen den ursprünglichen Bau, und den Neubau ist deutlich zu erkennen. Auf der Spitze der Kirche und in allen Himmelsrichtungen des Turmes eingearbeitet befinden sich mehrere Jesuskreuze. Des Weiteren wurden in den Turm mehrere Uhren eingebaut, dich sich etwa in Höhe des Kirchendaches befinden. Der Saal der Dorfkirche ist von außen weiß verputzt und wirkt eher unscheinbar.

» Der Innenhof

Heute befindet sich das Kirchengebäude auf einen mit Feldsteinmauern eingezäunten Hof im Dorfanger von Kaulsdorf. Die Gestaltung des Hofes wirkt sehr natürlich und gepflegt. Neben mehreren großen Rasenflächen dienen viele Büsche und Bäume als Sichtschutz. Direkt vor dem Haupteingang der Kirche steht ein Nadelbaum der fast die Höhe des Kirchturms erreicht. Am Eingang zum Gelände der Dorfkirche Kaulsdorf befindet sich in der Mauer eingearbeitet ein Jesuskreuz mit den Jahreszahlen 1914 – 1918. Direkt neben der Hochzeitspforte ist eine Berliner Gedenktafel für den ehemaligen Pfarrer Heinrich Grüber angebracht worden. Nach Ihm wurde auch eine Straße und ein Platz am S-Bahnhof Kaulsdorf benannt. Früher diente der Hof der Jesuskirche als Begräbnisplatz für die Verstorbenen der Gemeinde.

»Innengestaltung

Im vorderen Bereich der Kirche befindet sich der Altar und die Altarfenster, dieses Objekt ist im ganzen Raum sehr dominant. Links neben dem Alter steht die barocke Kanzel, welche 1688 von einem Schreinermeister aus Köpenick als Ersatz für die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte ursprüngliche Kanzel gebaut wurde. Zwischen Kanzel und dem Altar steht das die Taufe, welche einen hölzernen verzierten Deckel trägt. Damit mehr Personen in der Kirche platz finden können, wurde eine zweite Ebene im Form einer Empore an zwei Seitenwänden der Jesuskirche geschaffen. Auf dieser Empore befindet sich auch die Orgel, welche 4,07 Meter hoch, 4,99 Meter breit und 3,20 Meter tief ist.

» Die Glocken im Kirchengebäude

Im Kirchturm befinden sich drei Bronzeglocken, welche mit einer elektrischen Steuerung zu gegebenen Zeiten leuten. Die kleine Glocke besitzt keine Inschrift oder sonstige Markierungen. Die mittlere Glocke besitzt die Inschrift „Gott allein die Ehre! Unter Zustimmung des hochehrwürdigen Direktoriums der Domkirche Cölln an der Spree hat mich Carl Philipp Mentzel, Kapitelverwalter im Jahre der Auferstehung des Herrn, 1740, als Christian Friedrich Schöneberg Pfarrer war, umgießen lassen. GEGOSSEN VON I F THIELEN IN BERLIN“. Wie aus der Innschrift zu erkennen, stammt die Glocke aus einer anderen Kirche und wurde für die Dorfkirche Kaulsdorf neu gegossen. Die größte der drei Glocken besitzt die Inschrift „Oh, König der Herrlichkeit, Christus, komme mit Frieden, im Jahr des Herrn 1518“.

Name Schlagton Durchmesser Gewicht Gießerei Gussjahr
1 Unbekannt Hauptton h/Unterton d 670 mm 180 kg Unbekannt um 1300
2 Unbekannt Hauptton h/Unterton d 765 mm 250 kg Unbekannt 1740
3 Unbekannt Hauptton a/Unterton c 945 mm 460 kg Unbekannt 1518

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